Die Mühldorfer Hex im Haberkasten Innenhof


Zum zwanzigjährigen Jubiläum bringt der Kulturschuppn diese Geschichte, die Alt und Jung in Mühldorf und Umgebung bewegt, zum fünften Mal auf die Bühne des Haberkasten-Innenhofs. 2006 hatte das Stück Premiere. Silvia Menzel und Christopher Luber verfassten es anhand der 500 Seiten Prozessakten, die im Original überliefert sind.

Immer wieder aktuell reiht sich das Schicksal des jungen Mädchens Marie Pauer ein in das von Tausenden von Frauen, Kindern und auch Männern, die von der beginnenden Neuzeit bis in das 18. Jahrhundert der Hexerei bezichtigt und Opfer von Folter und Ermordungen wurden.

Rund 40 Mitwirkende zeigen die Geschichte des jungen Mädchens. Unterstützt werden sie dabei von Sängerinnen und Musikern mit eigens für dieses Stück bearbeiteten Liedern. In eindrucksvollen Szenen setzen sie Marie Pauer damit ein lebendiges Denkmal: „… dass Niemandem wird angetan dergleichen und ähnlich heutig Verbrechen!...“

Aufführungen (Beginn jeweils 19.30 Uhr)

31.07. Premiere

Weitere Termine:
01.08., 02.08., 06.08., 07.08., 08.08.

Eintritt: 27 €, ermäßigt 17 €

Kartenvorverkauf im Kulturamt Mühldorf, Stadtplatz 3
Tel: 08631 – 612 612


Zur Geschichte

Jahr der Aufführung: 2006

als Vorlage dienten die Gerichtsakten v. 1749 von Mühldorf / Inn.

Zur Mühldorfer Geschichte der Marie Pauer..

Im Jahre 1749 wird Marie Pauer „in puncto Magiae“ in Mühldorf angeklagt, für schuldig befunden und als Hexe in Salzburg hingerichtet. Seit dieser Zeit ist die Erinnerung an dieses junge Mädchen in Mühldorf wach geblieben. Es wurde über sie geschrieben, es gab Versuche, sie in einem Theaterstück wieder aufleben zu lassen. Seit einigen Jahren werden regelmäßig Führungen in die „Keuchn“, ihr Verließ, organisiert. Anlässlich ihres 250-ten Todesjahres richtete die Stadt Mühldorf eine sehr interessante Ausstellung zum Thema „Hex’“ aus.

…„Sie is a Hex, sie is a Hex“ - die Mühldorfer rufen es im Januar des Jahres 1749.   Zu dieser Zeit hallt dieser Schrei schon seit drei Jahrhunderten durch Europa, mal leiser, mal lauter, aber immer hysterisch. -  Es waren weise Frauen, Außenseiter und viele Kinder, die auf den Scheiterhaufen der Bigotterie brannten. Die 16-jährige Maria Pauer aus Neumarkt-Sankt Veit war eines der letzten Mädchen im süddeutschen Raum, dem  der Prozess gemacht wurde.

In Salzburg wurde sie zum Tode mit dem Schwert und Feuer verurteilt. Am 10.Oktober 1750 richtete man sie hin und verbrannte sie auf dem Scheiterhaufen. Man hatte sie beschuldigt, mit der Hilfe des Teufels im Haus ihrer Herrschaft -  des Höllschmied Altinger  in der Katharinenvorstadt - Gegenstände wie Mauerbrocken, Hämmer, Eicheln und Knochen geworfen zu haben.

2007

Aufgrund der weiteren großen Nachfrage bietet der Kulturschupp´n die historische Freilichtaufführung „Die Mühldorfer Hex“ an zwei weiteren Terminen im überdachten Haberkasten-Innenhof an.
Viele Interessierte konnten im Juli 2006 keine Karten mehr bekommen - alle fünf Aufführungen waren einen Monat vor der Premiere ausverkauft...  Auch 2007 waren selbst die Zusatzaufführungen Tage vorher ausverkauft !!

2009 nach Salzburg

Auf Einladung vom „Land Salzburg“ führt der Kulturschupp´n Mühldorf e.V. das historische Freilichtspiel im August 2009 in Salzburg auf! Im Juli wird das Stück wieder im Rahmen des Sommertheaters im überdachten Haberkasten-Innenhof gespielt. So bietet diesen Sommer der Kulturschupp´n  „Die Hex“ an zwei Originalschauplätzen an: Für alle, die sie noch nicht gesehen haben und für alle, die sie wieder sehen wollen. Maria Pauer aus Neumarkt-St. Veit wurde Anfang 1749 als 16-Jährige in Mühldorf der Hexerei beschuldigt. Im Herbst 1750 verurteilte man sie in Salzburg zum Tode und richtete sie mit dem Schwert hin - anschließend wurde sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Ca. 4000 Zuschauer sahen 2006 und 2007 in Mühldorf die Geschichte um das letzte Opfer des Hexenwahns auf dem Boden des heutigen Österreichs.

Jetzt gibt es neue Aufführungen 2026 im Mühldorfer Haberkasten Innenhof.

Das Interview mit der Hex ist als Audio angefügt.