Spiel 4 des Play-Down-Finals ist gespielt – und es bleibt dabei: Diese Serie ist nichts für zart Besaitete. Der EHC Waldkraiburg sicherte sich mit einem 4:3-Auswärtssieg in Pfaffenhofen den dritten Erfolg und hat sich damit den Matchpuck erspielt. Mit dabei im Kader war wieder Patrick Zimmermann, ebenso wie Julian Lier, der sich in dieser Serie immer mehr zu einer festen Größe entwickelt. Und auch auf den Rängen gab es erneut Unterstützung: Eine Fan-Delegation aus Burgau machte sich wieder auf den Weg, um die Löwen lautstark zu unterstützen – ein starkes Zeichen in dieser intensiven Serie.

Augenscheinlich zeigte diese Unterstützung auch Wirkung auf dem Eis. Zwar sind die Löwen weiterhin ein Stück entfernt von der spielerischen Leichtigkeit aus der Vorrunde, doch im ersten Drittel lieferten sie eine konzentrierte und vor allem disziplinierte Leistung ab. Die Marschroute für die Anfangsphase war klar: Schießen, wann immer sich die Gelegenheit bietet. Ein Faktor spielte dabei zusätzlich in die Karten: Durch die halboffene Bauweise der Pfaffenhofener Eisarena hatte Torhüter Jonathan Kornreder zu Beginn der Partie mit der tief stehenden Sonne zu kämpfen – ein Detail, das im Eishockey schnell entscheidend werden kann.

Bereits nach 2:40 Minuten zahlte sich dieser Ansatz aus. Felix Lode war zur Stelle und verwertete einen Querpass von Andris Džeriņš zur frühen 0:1-Führung. Auch in der Folge blieben die Löwen das aktivere Team. Pfaffenhofen kam zwar vereinzelt zu Angriffen, doch die Waldkraiburger verteidigten mit Einsatz und räumten viele Situationen im zweiten Anlauf. Wirklich große Gefahr entstand für Max Englbrecht zunächst kaum. Stattdessen hätten die Löwen ihre Führung sogar ausbauen können, doch unter anderem Anthony Dillmann ließ weitere Möglichkeiten liegen.

Das zweite Drittel begann mit mehr Schwung auf Seiten der Gastgeber. Pfaffenhofen kam mit höherem Tempo aus der Kabine und suchte den schnellen Ausgleich. Doch erneut waren es die Löwen, die den nächsten Treffer setzten. Nach einem zunächst geblockten Schuss von Rene Mertz, passte dieser nach Neueroberung der Scheibe auf seinen besser postierten Kapitän, Nico Vogl nahm die Verantwortung an und traf sehenswert zum 0:2 (25.).

In der Folge verlor Pfaffenhofen etwas die Kontrolle und agierte zunehmend übermotiviert. Insgesamt sechs Strafzeiten gegen die Gastgeber allein im zweiten Drittel sprechen eine klare Sprache. Den Höhepunkt bildete eine Fünf-Minuten-Strafe inklusive Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Marc Sauer nach einem harten Stockschlag gegen Dillmann. Die Löwen nutzten diese Phase schließlich konsequent: In der 32. Minute brachte Max Cejka den Puck aus dem Halbfeld Richtung Tor, Džeriņš reagierte am schnellsten und schob zum 0:3 ein. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Löwen das Spiel klar im Griff und gingen verdient mit einer Drei-Tore-Führung in die zweite Pause.

Doch wie so oft in dieser Serie zeigte sich auch im Schlussdrittel, dass Spiele gegen Pfaffenhofen selten ruhig zu Ende gehen. Die Gastgeber kamen mit deutlich mehr Entschlossenheit aus der Kabine und wurden früh belohnt. In Überzahl verkürzte Jan Tlacil in der 46. Minute auf 1:3 und brachte seine Mannschaft zurück ins Spiel.

Die Löwen hielten zunächst dagegen, doch die Sicherheit aus den ersten beiden Dritteln begann zu bröckeln. Pfaffenhofen erhöhte den Druck, während sich bei Waldkraiburg kleine Ungenauigkeiten einschlichen. In der 50. Minute fiel schließlich der nächste Treffer für die Hausherren: Anton Seidel, der in dieser Serie immer wieder als gefährlicher Faktor auffällt, traf zum 2:3.

Die Partie drohte nun zu kippen, doch genau in dieser Phase zeigten die Löwen Moral. Statt auseinanderzubrechen, stemmten sie sich gegen den Druck und setzten ein wichtiges Zeichen. Nur knapp drei Minuten nach dem Anschlusstreffer stellte Nico Vogl den alten Abstand wieder her. Nach Vorarbeit von Maierhofer und Mertz traf der Kapitän zum 2:4 (53.) und sorgte für ein Stück Ruhe im Spiel.

Doch Ruhe ist in dieser Serie bekanntlich relativ. In der 56. Minute verkürzte Robert Neubauer erneut für Pfaffenhofen auf 3:4 und machte die Schlussphase zu einem echten Nervenspiel. Die Gastgeber nahmen in den letzten Minuten ihren Torhüter vom Eis und setzten mit sechs Feldspielern alles auf eine Karte. Die Löwen verteidigten jedoch mit viel Einsatz, blockten Schüsse, gewannen wichtige Zweikämpfe und brachten den knappen Vorsprung schließlich über die Zeit.

Am Ende steht ein verdienter, wenn auch hart erarbeiteter Auswärtssieg für den EHC Waldkraiburg. Mit dem 3:1 in der Best-of-Seven-Serie haben sich die Löwen nun eine hervorragende Ausgangsposition erarbeitet.

Bereits am heutigen Dienstag bietet sich in der heimischen Raiffeisen-Arena die Chance, die Serie zu entscheiden. Um 19:00 Uhr haben die Löwen die Möglichkeit, mit einem weiteren Sieg den Klassenerhalt perfekt zu machen und diese nervenaufreibende Serie zu beenden.