„Zach“ wäre wohl die treffendste bayerische Umschreibung für die Auswärtspartie der Waldkraiburger Löwen beim EC Pfaffenhofen. Dennoch: Auch diese Spiele müssen gewonnen werden – und genau das taten die Löwen im kalten Pfaffenhofen. Ohne Glanz, ohne große Spielzüge, dafür mit viel harter Arbeit. Diese war auch bitter nötig. In der aktuellen Situation und mit nur noch wenigen Spielen in der Hauptrunde vor der Brust benötigt Waldkraiburg jeden der vor diesem Abend noch zwölf verbliebenen Punkte, um die Play-off-Runde direkt zu erreichen.
Im ersten Durchgang starteten die Löwen noch mit Druck in die Partie. Bereits in der ersten Minute hatte Nico Vogl nach Zuspiel von Jakub Šrámek und Daniel Hora die erste größere Möglichkeit. Letzterer feierte nach langer Verletzungspause an diesem Abend sein Comeback. Unglücklicherweise half Horas Rückkehr jedoch nicht dabei, die an diesem Abend wieder etwas wild agierende Verteidigung zu stabilisieren. Nach vorne sah das Spiel der Löwen deutlich besser aus. So kreierten sie im Verlauf des Drittels durchaus die ein oder andere gute Chance, vorerst jedoch ohne den Puck im Tor unterzubringen.
Dies änderte sich in der 13. Minute während einer Überzahlsituation. Andris Džeriņš brachte den Puck nach Pass von Hora aufs Tor, Kapitän Nico Vogl lenkte den Schuss unmittelbar vor dem Gehäuse noch leicht, aber entscheidend ab und stellte so auf 0:1. Hochklassig gestaltete sich die Partie auch im Anschluss nicht. Pfaffenhofens Maddox Schwirtzer nutzte ein Gewühl vor dem von Tobias Sickinger gehüteten Löwen-Tor und verwertete einen Nachschuss zum 1:1-Ausgleich. Doch die Waldstädter antworteten prompt. Nur 37 Sekunden später fälschte Andris Džeriņš einen Schuss von Martin Kokeš entscheidend ab und sorgte für den 1:2-Pausenstand.
Auch im zweiten Drittel nahm die Qualität des Spiels – trotz feuriger Kabinenansprache von Trainer Jürgen Lederer – nicht merklich zu. Zu weit stand man vom Gegner entfernt, zu oft ließ man sich überlaufen. Zum Glück für die Waldkraiburger Gäste wusste auch Pfaffenhofen aus vielen vielversprechenden Situationen zu wenig Kapital zu schlagen. So ergab sich in der 27. Minute nach einer sehenswerten Kombination und einem Sahnepass aus der Drehung von Andris Džeriņš eine gute Möglichkeit für Santeri Ovaska. Dieser ließ sich nicht zweimal bitten und erhöhte per Schlenzer in die kurze Ecke auf 1:3.
Doch auch die Gastgeber hatten wenig Lust, sich kampflos geschlagen zu geben. In doppelter Überzahl setzten sie Waldkraiburg unter Druck. Jan Tlačil hieß der Torschütze, der – just als eine der beiden Strafen abgelaufen war – auf 2:3 verkürzen konnte. Zwei Minuten vor dem zweiten Pausentee durften dann die rund 70 mitgereisten Waldkraiburger Fans erneut jubeln. Wieder in Überzahl nutzten die Löwen ihre Chance durch Jakub Šrámek, der den Puck aus dem linken Halbfeld kompromisslos ins lange Eck drosch. Das letzte Wort im zweiten Durchgang hatten jedoch die Gastgeber. Wenige Sekunden vor der Sirene war es erneut Jan Tlačil, der mit dem 3:4 sein Team weiter hoffen ließ.
Ereignisarm gestaltete sich der finale Abschnitt. Zwei Unterzahlsituationen überstanden die Löwen schadlos, die dritte Strafe gegen Leon Decker zwei Sekunden vor Spielende hatte keinen Einfluss mehr auf den Ausgang der Partie. Ein Augenschmaus wurde das Spiel nicht mehr, auch weil sich Waldkraiburg zunehmend darauf konzentrierte, die Führung nicht noch einmal aus den Händen zu geben. Dennoch wussten die Innstädter den Spielstand noch einmal zu erhöhen. Santeri Ovaska erzielte nach einem abgefälschten Kokeš-Schuss seinen zweiten Treffer des Abends. Andris Džeriņš verbuchte dabei bereits seinen fünften Scorerpunkt und sicherte sich damit auch die Auszeichnung als Löwen-Spieler des Abends.
Mit dem 3:5-Auswärtssieg holt sich der EHC Waldkraiburg drei wichtige Punkte, die zwar keinen Schönheitspreis gewinnen werden, im Saisonendspurt aber umso wertvoller sind. Einen kleinen Wermutstropfen gab es dennoch: Kapitän Nico Vogl verließ nach Abpfiff mit einem Eisbeutel an der Hand das Eis – ein Bild, das für die Löwen nichts Gutes erahnen lässt.Fotos: Yasmin Neumann
Bericht: Alex Ahrends