Und wieder hat es Waldgirmes geschafft, den Roten Raben einen Satz abzuluchsen. In einer leidenschaftlich geführten Partie stellten am Ende aber die Roten Raben ihre Klasse unter Beweis und holten abgeklärt die nächsten drei Punkte nach Vilsbiburg. „Wir haben gut gekämpft und drei ganz wichtige Punkte geholt“, freute sich Raben-Trainer Guillermo Gallardo nach dem Spiel. Dabei sagte Raben-Spielführerin Pia Fernau, dass „es ein hartes Stück Arbeit war“. Wobei sie nichts anderes erwartet hatten, schließlich hatten sie bereits im Hinspiel ihre Probleme mit Waldgirmes. Pia Fernau meinte aber auch, dass es „Spaß macht, sich mit stärkeren Teams zu messen“.
Was für ein Spiel: Die Roten Raben haben auch das Rückspiel gegen den TV Waldgirmes mit 3:1 (21:25/25:22/25:21/25:17) gewonnen und damit die Tabellenführung in der Sparda 2. Liga Pro verteidigt. Dabei erlebten die rund 150 begeisterten Zuschauer eine hochklassige Partie, die zumindest in den ersten drei Sätzen hochspannend war. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und kämpften bis zum Schluss um jeden Ball und jeden Punkt. Der Lohn für die Zuschauer waren lange und intensive Rallyes, die von jeder Spielerin alles forderten. Bei den Roten Raben fiel auf, dass alle Angreiferinnen, egal ob von der Außen- oder Diagonalposition (Jeannette Huskic, Crystal Burk und Annie Hatch) sowie über die Mitte (MVP Tina de Groot und Nadine Burbrink) erfolgreich waren. Sie waren in jeder Phase des Spieles hellwach und konnten von Zuspielerin Pia Fernau jederzeit eingesetzt werden. Zudem leisteten alle Spielerinnen in der Abwehr rund um Libera Emely Brodowski Schwerstarbeit.
Mit einem ganz intensiven Satz sind beide Teams in diese Begegnung gestartet, wobei die Gastgeberinnen das bessere Ende für sich hatten. Beide Teams begannen hochkonzentriert und die Rabenspielerinnen schafften es tatsächlich, gleich voll da zu sein. Das war auch dringend nötig, denn Waldgirmes startete fulminant und setzte die Roten Raben ständig unter Druck. So schafften die Roten Raben beim 10:8 erstmals eine Zwei-Punkte-Führung. Doch Waldgirmes ließ sich nicht beirren. Angefeuert von ihren lautstarken Fans kämpften sie sich heran, zogen sogar an den Roten Raben vorbei und holten sich nach 22 Minuten mit 25:21 den ersten Satz.
Doch, und das zeichnet die Mannschaft aus Vilsbiburg aus, die Roten Raben ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch starteten sie in den zweiten Satz. „Der Verlust des ersten Satzes war ärgerlich, da wollten wir dann schon zeigen, dass wir die Punkte nicht hergeben wollen“, sagte die Raben-Spielführerin. Sie gingen mit 3:1 in Führung, konnten sich aber wieder nicht entscheidend absetzen. Waldgirmes kämpfte sich erneut zurück, schaffte beim 11:9 sogar die Führung. Doch in der Crunchtime hatten die Spielerinnen aus Vilsbiburg immer wieder die besseren Lösung parat und holten am Ende mit 25:22 den zweiten Satz und damit den 1:1-Ausgleich. „Gerade in den Schlussphase machten wir einfach weniger Eigenfehler“, so Pia Fernau.
Und im gleichen Stil ging es im dritten Satz weiter. Beide Mannschaft schenkten sich weiterhin nichts. Auf beiden Seiten wurde um jeden Punkt gekämpft und die Führung wechselte ständig hin und her. Wie im zweiten Satz hatten die Roten Raben in der Crunchtime das besser Ende für sich, während Waldgirmes ein bisschen nachließ: und so hieß es nach 21 Minuten 25:22 für die Roten Raben.
Der vierte Satz war dann eine klare Sache für die Roten Raben: Hier spielten sie ihre ganze Routine aus, während die Spielerinnen aus Waldgirmes dem bisherigen intensiven Spiel Tribut zollen mussten. Die Spielerinnen aus Vilsbiburg führten 8:5 und bauten diese Führung auf 13:8 aus. Doch sie durften nicht nachlassen. Jede Nachlässigkeit bestrafte Waldgirmes nichtsdestotrotz und kamen beim 15:13 beinahe wieder heran. Doch dann verschärften die Rabenspielerinnen noch einmal das Tempo und zogen auf 20:14 davon. Die Roten Raben verwandelten gleich den ersten Matchball zum 25:17 und zum 3:1-Erfolg.
Raben-Trainer Gallardo bescheinigte seinen Spielerinnen, dass sie „immer gekämpft haben“. Er weiß aber auch, dass diese Begegnung „körperlich und mental ziemlich anstrengend war“. Deshalb können die Spielerinnen am Sonntag ausspannen, am Montag beginnt dann aber bereits die Vorbereitung auf das kommend Spiel. Am Samstag, 24. Januar, müssen die Roten Raben um 18 Uhr bei BBSC Berlin antreten.
Text: Harald Schwarz
Foto: Andreas Geißer